Geschichte - hotelzurburg.de

Die Burg Philosophie Geschichte Check In/Out Öffnungszeiten Speisekarte Motorradfahrer Willkommen Busreisende Burgwochenende Preise Anfahrt Kontakt

ca. 1600 Jahrhundert Burg mit Tor
Burg links mit Schlößchen


Geschichte " Hotel zur Burg "




Kurzfassung
Die Burg war zeitweise Sitz des Waldecker Grafen Otto der II. (1344-1369) und seine Gemahlin Elisabeth, Tochter des Grafen von Ravensburg und Berg, Er hat ab 1382 hier gewohnt. Graf Philipp III. zu Waldeck (1486-1529)und seine Gemahlin in II. Ehe Anna, Tochter des Herzogs Johann II. von Cleve und Graf von der Mark und Johann von Helsen, Otto von Wildungen, Landhorst Münch, Amtsmann des Grafen Philipp III., Jägermeister Döringk und der Stallmeister Meißenburg.






Ausführliche Geschichte
Die Mengeringhäuser Burg
In einer Urkunde von 1382 verkaufte Graf Heinrich der VI seinen Freihof in der Altstadt und begnügte sich mit seinem " Schloss in der Nigenstadt zu Mengerckusen ", Damit ist unsere Burg gemeint, die auch 1485 und 1537 als " Borch " bezeichnet wird.Sie hat eine geschichtliche Bedeutung für unsere Stadt und war bei der Erbauung als Wasserburg mit Wallgraben und Zugbrücke außerhalb der Stadtmauer unter Graf Heinrich der VI. ( dem Eisernen ) entstanden, der auch Schloss Landau erbauen ließ.
Warum " Heinrich der Eiserne " ?
Varnhagen schreibt in " Grundlage des Waldeckischen Landes = und Regentengeschichte " auf Seite 397 u.a.: Heinrich, nochmals der eiserne genannt, weil er wegen seiner vielen Kriegszüge und Fehden fast immer geharnischt und bewaffnet sein mußte. Der Gewohnheit jener Jahrhunderte gemäß wallfahrtete er im Jahr 1356 nach Jerusalem. Bald nach seiner Zurückkunft erbaute er das Schloss Landau von Grund neu auf. Und nach seiner Vermählung ließ ihn sein Vater ( Otto II ) an den Regierungsgeschäften teilnehmen- weil die Städte Korbach eine Zeit her sich zu viele Freiheiten angemaßt hatten, und den Grafen Waldeck, ihren Landesherrn, nicht gehorchen wollten: so bot der feurige Heinrich seines Vaters Lehemanne in aller Stille auf, und überrumpelte mit ungefähr dreihundert Wohlgerüsteten Kriegern die Altstadt am 12. März 1366.
Heinrich der VI ( der Eiserne ) 1369-1397 ein Sohn des Grafen Otto II. seine Gemahlin Elisabeth, Tochter des Grafen Gerhard von Ravensburg und Berg, verlobt den 15. Juli 1353, vermählt vor dem 16.12.1363 gestorben nach 1388. Sein Vater Otto II. 1344-1369, er war seit 1332 Mitregent seines Vaters ( Heinrich IV. ), bekam 1344 die Alleinregierung abgetreten, wurde 1349 von Kaiser Carl IV. belehnt und damit zum Reichsgrafen erhoben, er starb 1369. Seine Gemahlin, Mathilde (Mechthilde), Tochter des Herzog Otto von Braunschweig und Lüneburg, 1333 verlobt, nach dem 29. August 1339 vermählt, gestorben den 7. September 1357 ( Aufgez. Nach Jacob Hoffmeister ).
Die Burg hat öfter waldeckischen Grafen als Residenz gedient. Graf Philipp III. und seine Gemahlin Anna von Cleve wohnten zeitweise hier.  Philipp III. von 1486- 1539 regiert.  viel wissen wir nicht über die Burg. Im Archiv - Abt. II., 13,8 finden wir Notizen des Sekretär Waldtschmidt um 1800 " Ob solche älter als die Stadt seien, ist zweifelhaft. Graf Heinrich VI. ( Der Eiserne) regierte von 1369 bis 1397. nach einer Aufzeichnung von Waldschmidt können wir lesen: 1343 werden als Amtmänner geführt : Johann Von Helsen und Otto von Wildungen.
1393 soll ein Stephan von der Malspurg die Burg bewohnt haben und dieser sei ein Feind des Hochverehrten Grafen zu Waldeck gewesen. ( So im Heft Allgem. und Urkunden 1421 STA-Marburg ). Steinmetz schreibt in Wald. Gesch. Bl. 56-S 26 1478 vom Grafen Otto IV. wird am 8.7.1478 Molner, Johann. gen. Schreiber mit einem Burgsitz in Mengeringhausen belohnt. 1485 haben die von Canstein die Neustadt in Brand gestochen. Diese sind neben der Burg, da wo die Pforte stehet, über das Hölzerne Hakelwerk gestiegen und sollen die damaligen Inhaber der Burg den von Canstein gefolget haben. Um 1565 hat Durchl. Fürstin und Frau Anna geb. Tochter von Cleve und Mark Gräfin und Uwe. zu Waldeck etliche Monat gewohnet und Hof gehalten haben.
Kurz danach haben die Winters das Rittergut Cappel abgegeben und das Burglehen zu Mengeringhausen erhalten. Das gut Cappel hat die bürgerliche Familie Speiermann aus Korbach übernommen. (Wald. Wappenbuch Teil I )
Die Winters sollen keine guten Freunden von Mengeringhausen gewesen sein. Auf jeden Fall Wolrad Winter. Die Begründung gibt der nachfolgende Bericht:" In einer alten Urkunde wird berichtet, das anno 1564 , am 29. Dezember, drei Mengeringhäuser Bürger auf den Alten Felden, Reisig gehauen haben. Wolrad Winter, Herr von Cappel, sei dann mit seinen Knechten, bewaffnet mit Feuerbüchsen, Spiesen und anderen Waffen, erschien und habe die ahnungslosen Mengerinhäuser angegriffen. Dabei wurde Johann Oberburg getötet, die beiden andern lebens gefährlich verletzt, die Schlitten und alles was sie bei sich hatten, zerschlagen. Nach den die Grausamkeit in der Stadt bekannt wurde, machten sich einiger Bürger auf, die Täter in Cappel festzunehmen und zur Bestrafung der Obrigkeit auszuliefern. Wolrad Winter und seiner Männer hatten sich jedoch aus dem Staube gemacht. In ihren Tatendrang brachen die Mengeringhäuser die Türen auf, zerschlugen den Hausrat und legten Feuer, in das sie auch einige Jagdhunde warfen und verbrannten. Am 14. Juli 1565 verurteilten dann Fürstin Anna zu Waldeck und ihr Sohn Graf Johann II. den Wolrad Winter zur Zahlung von 50 Gulden " Blutgeld " an die Witwe Oberburgk.
So kamen die Mengeringhäuser zu ihrem Spitznamen " Hundebröder ". Danach ist es nicht verwunderlich, daß die Stadt Mengeringhausen der Fam. Winter nicht gerade gut gesonnen war, d.h. Wolrad nicht. Der Heinrich Winter war allerdings 1585 Rat und Hofmeister des Grafen Franz III. Danach übernahm die Familie Zertzen die Burg, die allerdings auch um 1600 im ehemaligen " Freihof des Grafen Heinrich VI ( dem Eisernen) gewohnt haben.
In den Waldeckischen Geschichtsblättern Bd. 56-Seite lo3 lesen wir: " Graf Philipp IV. nahm ihn in seine Dienste. Heinrich Winter- Kappel zu Rommershausen für 400 Taler den freien Burgsitz zu Mengeringhausen gekauft oder sich verpfänden lassen. Er bestand aus freiem Wohnhaus, Hof, Scheune, freiem Holz, Mast, Hasen- und Niederjagd und 40 Morgen Acker . Über diesen Burgsitz bestanden 1565 Differenzen. Es kann nätürlich mit den Vorkommnissen in Cappel zu tun haben.
Eine kurze Beschreibung der Familie Zertzen - Lt.Curtze S. 245
Adrian von Zertzen war 1521 Philipps Hofmeister zu Landau und zugleich Amtmann Landau 1525 - 1538. Die Familie hatte ihren Sitz in der Grafschaft Schaumburg. Hermann von Zertzen, 1544 wald.Landschaft, hatte das Burggut zu N._Waroldern, wo er auch Erb= Gerichtsherr war, ein Gut zu Mengeringhausen, ein Gut zu Landau; auch war er in Rinteln begütert. Er starb als fürstl. hess. und gräfl. wald Rath 1572, Otto von Zertzen, Hofrichter, starb zu Mengeringhausen 1639. Die Familie erlosch mit Adolf von Zertzen 1732, das Lehen erhielt der fürstl-wald.kammerjunker und Drost von Dalwigk. Außerdem habe ich auch vorher geschrieben, daß um diese Zeit auch die Gräffin Anna geb. von Cleve einige Monate auf der Burg war.
Die Stadt hat das Recht die Burgpforte wodurch der der Eingang aus der Burg und die Stadt gehet, zu verschließen, auch selbst dann, wenn die Grafen von Waldeck selbst darauf gewohnet haben.
Weitere Namen: Der waldeckische Rentmeister Johann Krieg  von Straßburg und Johann Brümmer, zur Zeit des Grafen Franz zu Waldeck.
1607 ein Braunschweigischer vornehmer von Adel Georg Gladebach
1610 hat der Hl. Grafen Wolrad- Rath und Doctor Heinrich Egelingk darauf gewohnz, danach hat eine Zeit niemand auf der Burg gewohnt, sondern die Gräfl. Beamten haben nur die Herrschaftl. Gefälle daraus erhoben und etliche Frucht darauf geschüttet. 1671 wird der Junker Fritz Gogreben genannt. Diese familie hatte auch den Freihof des Grafen ( Rittergut ) in der Altstadt. Außerdem hatte diese Familie Besitzungen in Goddelsheim und heute noch in Bruchhausen/ Sauerland. 1676 der Kammerrath Johann Friedrich Moller und vor diesem, Herr Jägermeister Döringk und Stallmeister Neißenburg,
Im " Grünen uch " auf Seite 275 und 76 finden wir die Eintragung vom 18. May 1676. Als in Anno 1676 Herr Cammer Rath J.F.M. hiesige Burg bezogen und sein Vieh unter die Gmeine Herde getrieben..."
Zu Beginn des 17. Jahrhundert war das Bergamt und die Landesregierung in der burg. Um 1728 war die Waldeckische Hof - und Regierungsbuchdruckerei, die 1720 gegründet wurden noch in den Räumen der Burg. 1728 wurden alle Behörden in das Arolser Schloss verlegt. 1728 hat der Graf die Burg für 3000 Taler an die Familie Westhofen verkauft. Hier ein Auszug  einer Copie: Bestand 126/3278 STA-Marburg. Carl August Friedrich Fürst zu Waldeck hat am 9. Dez. 1729 die Burg für 3000 Thaler an Hofrath Leib Medicus Gottfried Friedrich von Westhoften verkauft..... " Dahero wir als vor uns und die unsrige Vorgedachten von Westhoff dessen Frau und deren Erben mehrbemelte Unsere Burg zu Mengeringhausen sambt allen was in und an derselben Erd = Mauer = Nied = und Nagelfest ist. auch dazugehörig pertinentien ( = Zubehör: Nebensachen, die in einer rechtlichen Verfügung über die Hauptsache mit inbegriffen gelten. ) an Ländern,Wiesen,Garten und dergleichen......"
Eine Klausel ist eingebaut.
Beim Umzug  ins Arolser Schloß ist das Archiv und die Registratur der Cantzley noch in der Burg geblieben. Bis zur Schaffung von Räumen im Schloss, sollen diese Sachen in einem Raum der Burg verbleiben.
Die von Westhofen sollen künftig jedes Jahr ein Schock Brennholtz (es wurde das Forstamt angewiesen ) , zunächst von den Waldungen Billstein, bekommen. Außer Hauer = und Fuhrlohn sollen keine weiteren Gebühren entstehen.--Sollten die Westhofen die Burg oder Zubehör verkaufen wollen, so ist dies zunächst dem Haus Waldeck anzubieten."
Anmerkung zur Person Gottfried von Westhofen.
Frau Bürgermeisterin Anna Elisabeth Sude geb. Stöcker aus Herbsen, wurde am 8. Dec. 1728 in Mengeringhausen ehel . copeliert mit Herrn Johann Gottfried Friedrich von Westhofen. Fürstl Waldeckischer Hofrath und Leibmedico . Er starb 1738, 57 Jahre und 9 Monate alt und wurde am 10. Dec. in der Stadtkirche zu Mengeringhausen auf dem Chor beerdigt. und Hofräthin Anna Elisebeth von Westhofen, weiland Herrn Johann Gottfried Friedrichs von Westhofen , Fürstl .  Wald . Hofrath und Leibmedici , Wittib starb zu Mengeringhausen nach ausgestandener langwieriger Krankheit am 16. januar 1749 im 62 sten Jahr ihres Alters und wurde d. 21. ejusd begraben. Alt 61 Jahre, 33 Wochen und 5 Tage.  ( ejusd=im selben Monat )
Weiter lesen wir als Bewohner der Burg;
1800 Justizrat Suden
Die Familie Suden gehörte zu den vornehmsten und angesehensten Familien des Waldecker Landes. Ihre Vorfahren waren Hüttenbesitzer in Stadtberge. ( Marsberg )
Sie verpflanzten ihre Unternehmungen ins Waldeckische und wurden Besitzer vieler Hütten = und Hammerwerke. Die jüngeren Söhne dienten ihrer Heimat als Beamte und Offiziere. Im 17. Jh. stellten die Suden oft den Bürgermeister. Ob deshalb das Bergamt in der Burg war , vermag ich nicht zu sagen , vermutlich.
Caroline Tischbein schreibt in ihren Erinnerrungen an Mengeringhausen u.a.:
" Der Maler Joh. Friedrich August Tischbein  war 1770 in die Dienste des amtierenden Fürsten von Waldeck getreten. Er heiratete 1783 Sophie Müller , die Tochter  des Kammerrats Müller in Mengeringshausen. Am 5. November 1783 wurde das erste Kind geboren. Eine Tochter namens Caroline. 1785 eine weitere Tochter Sophie. Die Kinder wuchsen teils in Arolsen, teils in Holland auf , wo die Eltern längere Zeit lebten. Von 1791 bis 7.11.1794 lebte die ganze Familie in Holland und kam Mitte Nov. wieder nach Arolsen. Tischbeins Haus, das er mehrere Jahre zuvor vom Fürsten geschenkt erhalten hatte, war an den Regierungs Rath Bunsen verkauft worden. Die Familie wurde getrennt, der Vater wohnte im Schloss, die Mutter mit den Kindern in Mengeringhausen.  Die 11 jährige Carolin schloss mit der älteren Adelheid Sophie Marianne Suden Freundschaft. Sie war die Tochter Des Regierungs-Sekretärs, spätere Justizrat Johann Christian Suden. Dieser war wegen Geisteskrankheit früh verabschiedet und lebte auf der Burg.
Der Vater des Justizrate Joh. Christian Suden und der Kommissarius Joh. Christoph Suden, hatten die alte Burg erworben und dort den Wohnsitz genommen.
1825 finden wir als Bewohner Tierarzt Burgdorff
1854 Oeconom Wilhelm Rickelt
1874 Frdr. Hock, Witwe, Bierbrauerei
1879 Heinrich Kiepe, Bierbrauer
1892 L. Emanuel
1893 Fritz Bangert, Landwirt
1925 Fr. Bangert Land- und Gastwirt
Herr Uwe Bangert., Familie Buschhaus, Helmut Büchsenschütz, Frau Brühheim, Familie Kierdorf. Nach Frau Bangert wurde die Burg von der Landwirtschaft getrennt. Die Familie Schmidt hat ihr Anwesen in der kl. Brunnenstrasse Verkauft und die Landwirtschaftlichen Teile der Burg gekauft. H. Büchsenschütz nutzte die Burg als Gastwirtschaft.
Was gibt es noch über die Burg zu berichten :  
Umfassende Wiederherstellung der Burg 1676 und 1734, 1929 und in den 60 ziger Jahren durch Brand vernichtet. unter Mitwirkung der Denkmalpflege wieder aufgebaut.


Bis dato wird die Burg von der Familie Kierdorf als Hotel und Restaurant genutzt, und freut sich
über Gäste aus dem In- und Ausland.